An diesem Pfingswochenende wurden, wahrscheinlich zum ersten Mal überhaupt, in der Pfadi Frisco nicht zwei, sondern gleich drei Lager gleichzeitig durchgeführt. Und von diesem ersten reinen Pio-Lager soll nun kurz berichtet werden.

Am Samstag Morgen in aller Frühe trafen sich fünf wackere Pios, um bereits gut gefüllte Rucksäcke weiter zu bestücken. Es galt, Biwakmaterial und Essen für drei Tage zu verteilen, damit man dem Ruf des Goldes folgen konnte. Goldvorkommen sind nie leicht zugänglich, weshalb nach einer kurzen Zugfahrt ab Sumiswald nur noch Schuhsohlen, Füsse, Beine, Hüftknochen und Rücken traktiert wurden. Das Ziel war von vornherein klar: am Sonntag um 10 Uhr wollten wir in Romoos sein. Das Problem war nicht die Distanz, 35 Kilometer sind noch so begehbar, das Problem war vielmehr, dass da ein paar Hügel und zum Dessert noch der Napf dazwischen lagen.

Frohen Mutes wurde trotzdem losgewandert. Am Anfang in „gäbiger“ Wärme, später dann wurde es heiss und schliesslich war der Regen nicht mehr nur hinter und neben uns, sonder auch über uns. Nach dem obligaten Goldgräberznacht (Büchsenbohnen, verfeinert mit Ravioli und Linsen) wurde der Napf zu später Stunde doch noch erreicht. Aber auch der prognostizierte Gewittersturm kündigte sich mehr und mehr an, weshalb an ein Biwakieren nicht mehr zu denken war.

Zum Glück fanden wir auf der Stächelegg mit Gazelle (ehemals Jura-Biel) und zwei weiteren flotten Sennen ganz freundliche Gastgeber, welche uns nicht nur mit einen trockenen und windgeschützten Schlafplatz, sondern auch mit Tee und einer riesen Käse- und Fleischplatte versorgten. Es riese Merci! Dir heit nis scho grad chli grettet!

Nach knapp 40 (!) Leistungskilometern mit schweren Rucksäcken und bei zum Teil sehr widrigen Bedingungen waren alle froh, ohne Angst vor dem Sturm endlich die Beine etwas entlasten zu können.

Am nächsten Tag hiess es dann, die restlichen 8 Lkm bis nach Romoos schnell zurückzulegen, weil wir einen Termin mit einem lokalen Glücksucher wahrzunehmen hatten. Trotz des hohen Pegelstandes führte uns Peter zu einem geeigneten Plätzchen, wo er uns in die Grundzüge des Goldwaschens einweite. Nach zwei Stunden harter Arbeit mit Pfanne und Schleuse konnte jeder einige schön glänzende Flocken sein Eigen nennen.

 

Was danach passierte schien die Pios doch ein wenig zu überraschen. Wahrscheinlich wurde damit gerechnet, dass es weiterhin zu Fuss weitergehen würde. Als es dann hiess, als erfolgreiche Goldsucher sei man  motorisiert unterwegs und nehme deshalb die Postkutsche, war die Erleichterung spürbar. Doch es kam noch dicker: zwar musste am Ende der Kutschenreise noch einmal eine kleine Steigung bewältigt werden, aber oben erwartete uns das reine Paradies! Ein wunderschönes Jurtendorf, idyllisch an einem Hang gelegen. Eine eigene Jurte mit Terrasse auf der alle unsere nassen Sachen zum Trocknen ausgebreitet werden konnten. Unsere Mätteli füllten die Jurte nicht einmal zur Hälfte aus. So stand einem ausgiebigen Massageblock nichts mehr im Wege.

Weil auch noch die Saunajurte ausprobiert werden musste, gab es etwas spät Abendessen und da anschliessend noch ein Manko behoben werden musste (härzlech willkomme Éowyn!) wurde es spät, bis alle im Schlafsack landeten.

Liebi Pios, mir si u henne stouz uf öich! Merci für das tolle Wuchenänd =D
Grizzly u Nanook

 

Ps: im nächsten Treu, welches noch vor den Sommerferien erscheint, werdet ihr nebst den Berichten der anderen Stufen hoffentlich auch noch einen Erlebnisbericht der direkt Betroffenen zu lesen kriegen.
Und zum Schluss noch etwas Werbung: www.jurtendorf.ch

 

Pio-Pfi-La